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24.09.2016

Würde in Grenzsituationen – rechtliche und ethische Aspekte

Das Alter bringt es mit sich, dass Menschen schwächer, vulnerabler und somit schutzwürdiger werden. Hinzu kommt ein Autonomieverlust, wenn die Fähigkeiten, sich auszudrücken, verloren gehen. Das Betreuungs- und Pflegepersonal, welches in den verschiedensten Lebensphasen eines Menschen fürsorglich tätig wird, befindet sich nicht selten auf einer Gratwanderung zwischen Selbst- und Fremdbestimmung bzw. Gutes tun und Leidensverursachung.

Laut Duden ist eine Grenzsituation umgangssprachlich definiert als eine „ungewöhnliche Situation, in der nicht die üblichen Mittel / Maßnahmen zu ihrer Bewältigung Anwendung finden können“. Sie kann aus Sicht der Berufsangehörigen oder aus Sicht des zu Betreuenden betrachtet werden. Zu letzterer werden im Referat Praxisbeispiele diskutiert, wie etwa der Einsatz freiheitsbeschränkender Maßnahmen zur Abwehr einer akuten Gefahr, die Wegnahme von persönlichen Gebrauchsgegenständen, die Kontingentierung von Genussmittel, der Wohnortwechsel aber auch Entscheidungen in Notsituationen oder am Lebensende eines Menschen.

Für all diese Lebensbeispiele sieht die österreichische Rechtsordnung eine – mehr oder weniger klare – rechtliche Lösung vor. Neben dieser Darstellung wird der Referent immer wieder den Bogen zur ethischen Reflexion spannen und anhand der vier Prinzipien (Autonomie, Nichtschaden, Fürsorge, Gerechtigkeit) zum Nachdenken anregen.

Der Würdebegriff, der in all diesen Lebensbeispielen niemals außer Acht gelassen werden darf, erhält dadurch Konturen.

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